Hengste

Frederiksminde Hazy Match *1991, 148 cm, von Hazy Dawn a.d. Oxenholm Mandy v. Marble
FN-Bundessieger und FN-Bundesprämienhengst 1998

Hazy und ich begegneten uns im Herbst 1992 in Dänemark im Stall seines Züchters G. Andersen, und ich mochte ihn direkt leiden. Zum Jahreswechsel kam er in meinen Stall. Wie sagte ich zu Andersens: Ich glaube, ich kaufe nicht nur ein Pony, ich übernehme eine Verantwortung. Wie wahr ... 
Hazy hatte viele Talente und die Gabe, dabei erfolgreich zu sein: ob auf Schauen, Turnieren, vor dem Wagen oder als Zuchthengst - er erfüllte mehr Erwartungen, als wir je gehabt hatten. Es ist fair zu sagen, dass er als Hengst in Deutschland kaum die Stuten bekam, die gut zu ihm passten, und mit ein oder zwei Fohlen pro Jahr, die ich selbst gezogen habe, war er nicht seiner Qualität entsprechend genutzt. 

Sein Wechsel nach Irland war überaus erfolgreich: aus den ersten drei Jahrgängen stellte er jeweils sechs gekörte Söhne (so etwas gab es noch nicht und auch noch nicht wieder), einen Clifden Supreme Champion, einen Clifden Jugendchampion und zahlreiche hoch erfolgreiche weitere Nachkommen im Show Business. Auf den Pony Europameisterschaften 2010 vertrat ihn seine Tochter Chamade de Renival in der Vielseitigkeit - Hazy's Name wird heute in Connemara-Züchterkreisen mit Abbeyleix Owen und Carna Bobby genannt, wenn es um die Top-Vererber der Rasse geht, denn Ponytyp, Fundament und Bewegung kommen nicht aus der Mode. 
Auf der ewigen Bestenliste nach Nachkommenlebensgewinnsumme steht Hazy bei den Connemara Pony Hengsten in Deutschland aktuell mit 7.442 EUR (2022) und 7.468 EUR (2023) auf Rang 6 hinter Diamond Rum, Lorenzo, Gun, Mervyn Grey Monkey und Golden Dan. Seine LGS in Kl. A beläuft sich auf 198 EUR, seine Erfolge in Kl. E bleiben von der FN unberücksichtigt.

Nire Valley Franklee *2012, 147 cm, von Monaghanstown Boy a.d. Nire Valley Kestrel v. Innellan Kestrel

Franklee gefiel uns schon als Fohlen auf der Weide bei seinen Züchtern, den Melodys aus Irland und wurde für uns vorgemerkt. Im Frühjahr darauf hatte er sich wie gehofft entwickelt und wir wurden uns einig, im Herbst wechselte er nach Deutschland. 
Er war sehr clever und stand sich dabei gelegentlich selbst im Weg, ein ganz attraktiver Hengst mit tollem Charisma. Er stellte bei der Körung die Reitponys im Freispringen in den Schatten und auch sein Bewegungsablauf im Trab war unter Connemara Ponys sicherlich eine Ausnahme. Wir verloren ihn mit nicht einmal fünf Jahren. 
Unter seinen wenigen Nachkommen findet sich der gekörte Connemara Pony Hengst Ekely's Turning Leaf (genannt Turner) und das Deutsche Reitpony Mellimara's Freitag, Auktionsfohlen der Ponyforum GmbH, der unter dem Sportnamen Franklee's Freitag Teilnehmer am Bundeschampionat im Springen war und seinem Vater bisher eine Nachkommenlebensgewinnsumme von 226 EUR beschert (2022). Seine Gewinnsumme 2023 beläuft sich am Ende des Abrechnungsjahres auf 327 EUR.

Carraig Éibhir * 1998, 148 cm, von Cloonisle Cashel a.d. Crusheen Connie v. Corbally Con

Carraig sahen wir das erste mal 2003 in Clifden, und auch im Folgejahr wurde er von Joe Mac Lochlainn erfolgreich vorgestellt. Wir besuchten die beiden in Moycullen. Carraig hatte im Winter 2003 den 90 Tage Test in Irland abgelegt und 179 von 200 möglichen Punkten erreicht, also fast die 9,0 erreicht. Damals witzelte ich noch, solch einen Hengst sollte man mal nach Deutschland holen und als gekörten und leistungsgeprüften Hengst den Pass bei den dt. Zuchtverbänden einreichen ... zu der Zeit hat man noch nicht sofort nach den Unterlagen gefragt und erst recht nicht alles mit dem Handy fotografiert. Carraig wurde verkauft und verschwand für einige Jahre aus unserem Blickfeld. Erst mit den Hengstlisten, die in An Capaillin veröffentlicht wurden, kehrte er zurück. Eine Züchterin aus Süddeutschland fragte mich, ob ich einen guten Hengst in Irland wisse? Also besuchte ich den inzwischen 18 Jahre alten Carraig und fand ihn reichlich vernachlässigt - die Züchterin aus dem Süden hatte kein Interesse mehr. Im nächsten Jahr fragte eine andere Züchterin aus der gleichen Region nach einem guten Hengst und konnte sich nicht für den älteren Herrn begeistern ... Im Sommer besuchten wir ihn noch einmal, befanden, dass er in Deutschland wohl nicht das Glück haben würde, mit rund 20 Stuten und reichlich Fohlen die Weide teilen zu dürfen und waren froh, ihn dort zu wissen wo er war. Bis dann Ende September das Telefon klingelte und der Besitzer mir sagte, dass er gesundheitlich so angeschlagen sei, dass Carraig weg sollte. Im Frühjahr 2019, kurz vor dem ersten Brexit, der noch einmal abgewendet wurde, kam Carraig nach Deutschland und brauchte viel Zeit und Geduld, um wieder er selbst zu werden: ein im klassischen Connemara Pony Typ gezogener Hengst, in dessen Pedigree sich beste irische Blutlinien vereinen. Über seinen Vater Cloonisle Cashel ist er Halbbruder u.a. zum Clifden Supreme Champion Glencarrig Prince. Sein Pedigree geht drei mal auf Carna Bobby zurück, der ihn sicherlich im In-und Exterieur deutlich geprägt hat. Seine Fundamentstärke ist in Deutschland im Verhältnis zum Stockmaß unerreicht und seinen Bewegungsablauf vererbt er mit ganz aktivem Hinterbein: elastische Grundgangarten mit guter Bergaufbewegung, die für die Dressur so interessant sind, gepaart mit Springvermögen und Leistungsbereitschaft. Die Unterlagen von der Leistungsprüfung sind beim neuen Besitzer in Irland verloren gegangen und die Connemara Pony Breeders' Society hatte ihre Unterlagen ein Jahr vor dem Verkauf nach Deutschland vernichtet, ohne zu scannen. Über seine irischen Töchter konnte er den Leistungsnachweis für Hengstbuch I in Deutschland bringen. Carraig's züchterisches Wirken bleibt in Deutschland in einem ganz bescheidenen Rahmen. Seine Nachkommenlebensgewinnsumme beläuft sich aktuell auf 350 EUR. Sein Sohn Ekely's Kingsman wurde Champion Fohlen auf der Connemara Pony Schau in Bremen 2022. Aus seinem ersten Jahrgang in Deutschland stellt er den gekörten Connor DK.

Ekely's Chance *2016, 146 cm, von Glencarrig Prince a.d. Ekely's Niamh v. Frederiksminde Hazy Match
FN-Bundessieger und FN-Bundesprämienhengst 2023

Chance ist einer der letzten Hengstnachkommen des Clifden Supreme Champions Glencarrig Prince, der ihn deutlich geprägt hat. Auf seiner Körung 2019 konnte er als Prämienhengstanwärter ausgelobt werden und auch die Zuchtleitung befand: das wäre doch einer für Berlin. Seine Grundausbildung unter dem Sattel bekam er bei Anika Bardenhagen in Bremervörde, bevor die Familie Krone aus Dinklage ihn im Herbst 2020 übernahm. Mit dem Ablegen der Leistungsprüfung wurde er Prämienhengst. 

Nach fast zwei Jahren in Dinklage holte ich ihn im Herbst 2022 zurück in den Stall von Anika, die gerade noch genügend Zeit hatte, ihn für Berlin wieder unter den Sattel zu holen und aufzufüttern. Mitte Januar 2023 konnte Chance auf der Grünen Woche mit der FN-Bundesprämie ausgezeichnet werden und wurde Siegerhengst der mit acht Hengsten beschickten Connemara-Klasse und erreichte in der Reitprüfung unter Anika einen überaus erfreulichen sechsten Platz gegen die besten Deutschen Reitponys. Im Freispringen hatte er einen Abwurf und dennoch viel mehr erreicht als erwartet. 

Mit seinem Sieg machte er ein besonderes Triple komplett: FN-Bundessieger und FN-Bundesprämie in direkter dritter Generation, wie schon seine Mutter Ekely's Niamh 2018 in Magdeburg und Großvater Frederiksminde Hazy Match 1998 in Cloppenburg, alle aus unserem Stall stammend. Chance und Hazy waren zu diesem Zeitpunkt beide sieben Jahre alt. 

Was diesen jungen Hengst so besonders macht? Er sieht nicht nur gut aus ... Vor allem hat er ein Temperament, das nicht grundlos bei der Leistungsprüfung mit der glatten 10 benotet wurde. Chance ist immer freundlich und hat Spaß an der Arbeit. Seinen durch den ganzen Körper locker schreitenden Schritt gibt er an seine Nachkommen weiter, seine Schultern und die Oberlinie sind beweglich, sein Trab elastisch raumgreifend mit gutem Antritt aus der Hinterhand. Und er liebt es zu springen. Was will man mehr? Mit ihm ist alles "easy".
Ein Fohlen aus seinem ersten Jahrgang wurde beim Hannoverschen Fohlenchampionat in Steyerberg vier mal von neun möglichen Noten mit der Wertnote 9,0 bedacht - gute Qualität vererbt sich. Um Chance züchterisch eine faire Chance zu geben, wechselte er Anfang Mai nach Irland und macht sich dort neue Freunde.